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Johann Jakob Langen (1794-1869)

Von 1848 bis 1856 war Johann Jakob Langen Präsident der Kölner Kammer. Er wurde am 17. Dezember 1794 als Sohn des Lehrers Johann Jakob Langen und seiner Frau Anna Maria Hölterhoff in Düssel bei Wühlfrath geboren. Johann Jakob Langen ergriff zunächst den Beruf seines Vaters. Mehrere Jahre war er als Lehrer in verschiedenen Orten des Bergischen Landes, zuletzt in Arnberg bei Elberfeld, tätig. 1816 trat er als Hauslehrer und Bürogehilfe in die Solinger Firma Schimmelbusch & Joest ein. Seine Hauptbeschäftigung lag hier bald nur noch im kaufmännischen Bereich. Berits Ende des Jahres 1821 wurde Langen zum Prokuristen ernannt. In erster Ehe war J.J. Langen mit Hermine Zanders, die bereits 1825 verstarb, verheiratet. Aus seiner zweiten Ehe mit Johanna Gustorf ging u.a. auch Eugen Langen, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Techniker und Industriellen des Rheinlands werden sollte, hervor. J.J. Langen übernahm 1830 als Teilhaber die kaufmännische Leitung der in Köln neu gegründeten Zuckerraffinerie von Schimmelbusch & Joest, die seit 1841 unter der Firma Carl Joest & Söhne geführt wurde. 1843 erwarb Langen die Friedrich-Wilhelms-Hütte bei Troisdorf, um auch als selbständiger Unternehmer tätig werden zu können. 1844 schied er aus dem Unternehmen von Carl Joest aus und kaufte die Kölner Zuckerraffinerie von Schleußner & Heck, die er mit seinen Söhnen weiterführte. Trotz zahlreicher Anfangsschwierigkeiten gelang es ihm, das Unternehmen zu erweitern und auszubauen. Die Friedrich-Wilchelms-Hütte, Troisdorf, in die 1854 bereits drei Söhne als Teilhaber aufgenommen waren, wurde 1858, als die finanziellen Anforderungen für einen weiteren Ausbau Langens Mittel überstiegen, in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "Siegrheinischer Bergwerks- und Hütten-Aktienverein" umgewandet.

Johann Jakob Langen hatte schon als Leiter der Zuckerraffinerie von Schimmelbusch & Joest die führenden Persönlichkeiten des Kölner Wirtschaftslebens kennen gelernt. 1836 wurde er Mitglied der Handelskammer, der er dann mit Ausnahme des Jahres 1844 bis 1859 angehörte. In den vierziger Jahren wurde er vom damaligen Kammerpräsidenten Camphausen häufiger mit der Ausarbeitung der Monats- und Jahresberichte beauftragt. Die Beiträge über Zuckererzeugung und Zuckerhandel entstammen fast ausnahmslos seiner Feder. Als Vorsitzender der Kammer äußerte sich Langen gutachtlich insbesondere auch zur Zollpolitik. Es lag nahe, dass er als Fabrikant in einem für Köln damals maßgeblichen Industriezweig die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Fragen um Schutzzoll oder Freihandel vom Standpunkt der Förderung der einheimischen Industrie aus beurteilte. Der Schutzzoll sollte nach Auffassung von Langen nicht als reiner Erhaltungszoll wirken, vielmehr sollte nach einer gewissen Zeit des Aufbaus der eigenen Industrie sukzessiv auch die ausländische Konkurrenz eingeschränkt werden. Als Gustav Mevissen 1856 zum Präsidenten gewählt wurde, dankte er Langen in der ersten von ihm geleiteten Sitzung für die "umsichtige und tätige Leitung während seiner vieljährigen, eine schwierige Zeitepoche umfassenden Amtswirksamkeit". Obwohl noch bis 1859 Mitglied der Kammer, hat Langen nach dem 11. widmete er sich hauptsächlich der Führung seines Unternehmens. Den 1852 übernommenen Vorsitz im Aufsichtsrat des Schaaffhausenschen Bankvereins trat er 1857 ebenfalls an Mevissen ab. Langen, der für eine längere Zeit auch Stadtverordneter und Mitglied des Kölner Handessgerichts war, starb am 27. August 1869 in Köln.


Quelle: Hermann Kellenbenz, Klara von Eyll: Die Geschichte der unternehmerischen Selbstverwaltung in Köln 1797-1914, rheinisch-westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln, 1972.