Aktuell >> Aktuelle Hinweise, Termine und Infos

Aktuelle Infos und Ankündigungen

  • Informationen zu meinem Lehrveranstaltungsangebot im Wintersemester 2017/2018
    Informationen zu meinem Lehrveranstaltungsangebot finden Sie jetzt auf den jeweiligen Veranstaltungsseiten. Dort ist auch zu jedem WPF der Termin der Startveranstaltung ("Kick-off") angegeben. Die jeweiligen Veranstaltungsräume finden Sie im Veranstaltungsplan.

    Hier einige Termine der Kick-off-Veranstaltungen im Überblick (Details s. Lehre):
    • Kommunikationstechnik und Netze (s. Lehre):
      Kick-off: Dienstag, 17.10.2017, 12:00 Uhr für AI/MI, 17:00 Uhr für WI/TI, (jeweils s. t., Raum: s. Veranstaltungsplan)
    • IT Compliance and Risk Management (s. Lehre):
      Kick-off: Monday, 06th of November 2017, 10.00 o'clock, room: see Schedule

     
  • Stellenangebote für Studierende, Praxissuchende und Absolventinnen/Absolventen
    Im Schaukasten des KTDS-Labors (3.221-3.221) sind u. a. stets aktuelle Stellenangebote für
    - Studierende (z. B. Studentische Hilfskraft, Werksstudentin/-student),
    - Projektstellen für externe Bachelor-Arbeit oder eine externe Master Thesis
    - Absolventinnen und Absolventen.
    Nähere Informationen erhalten Sie bei den dort angegebenen Ansprechpartnern.
     

Abschlussarbeiten (Bachelor-Arbeit, Master Thesis)

Sind Sie auf der Suche nach einem Thema oder einem Betreuer einer Bachelor-Arbeit oder einer Master Thesis in einem unserer Informatikstudiengänge oder im Verbundstudium?

Oder haben Sie Interesse an Projekten, auch gerne mit eigenen Themenvorschlägen?

Dann lesen Sie bitte weiter unter "Abschlussarbeiten und Projekte".

Karl Steinbuch und Joseph Weizenbaum - Informatikpioniere und kritische Begleiter

Die Informatik ist sicher eine der Wissenschaften, vor allem aus dem Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften & Technik), die sich von Beginn an auch kritisch mit ihren gesellschaftlichen Auswirkungen auseinandergesetzt hat. Viele Frauen und Männer trugen und tragen dazu bei, und schließlich kündet davon nicht zuletzt unsere eigene Ringvorlesung "Informatik und Gesellschaft". Zwei Vertreter dieser Gruppe sollen hier beispielhaft kurz vorgestellt werden, um zur Beschäftigung mit dieser Thematik und vor allem zu weiteren Recherchen anzuregen.

Da ist zum einen der 1917 in Stuttgart geborene und 2005 in Ettlingen verstorbene deutsche Physiker Prof. Dr.-Ing. Karl Steinbuch, der sich fachlich vor allem in den Feldern Kybernetik, Nachrichtentechnik und Informationstheorie hervortat. Bereits 1957, zu seiner Zeit als Forschungsleiter des Stuttgarter Unternehmens Standard Elektrik Lorenz AG (SEL, heute: Alcatel-Lucent Deutschland AG), veröffentlichte er eine Publikation über eine Datenverarbeitungsanlage für das Versandhaus Quelle mit dem Titel "Informatik: Automatische Informationsverarbeitung" und gilt seitdem als Schöpfer des meist auf die Verschmelzung von "Information" und "Automatik" zurückgeführten Begriffs "Informatik". Später wurde er Professor und Institutsdirektor an der Technischen Hochschule Karlsruhe (heute: KIT - Karlsruher Institut für Technologie, eine der renommierten deutschen Hochschulen) und kann als einer der Begründer der Informatik in Deutschland angesehen werden. Insbesondere gilt er wegen seiner Erfindung der "Lernmatrix", deren Bedeutung in der internationalen Wissenschaftsgemeinde erst langsam erkannt wurde, als Vater der künstlichen Neuronalen Netze. Dass er bereits 1966 die Ablösung der Analog- durch die Digitaltechnik, das Zusammenwachsen von Telefon- und Rechnernetzen und die Integration von Unterhaltungselektronik und "klassischer" Datenverarbeitung in Endgeräten zutreffend voraussagte, ist ein weiterer Beleg für seine fachliche Weitsicht. Er wurde dann auch zu einem zunehmend kritischen Begleiter des Einsatzes moderner Informationstechnik. Allerdings war er kein Gegner dieser Technik, sondern zeigte Fehlentwicklungen auf und setzte sich für den "richtigen" und zukunftsorientierten Einsatz dieser Technik ein. Auch beklagte er - erneut sehr weitsichtig - eine sich in Deutschland zunehmend ausbreitende "Ideologie, die den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt eigentlich gar nicht wünscht". Vertreter dieser Ideologie ordnete er der "Hinterwelt" zu, die zwischen "Kultur" und "Zivilisation" unterscheide, wobei letztere als eine eher "anrüchige Bezeichnung" für geistige Tätigkeit gelte, sobald sie erkennbar praktischen Nutzen habe. Davon zeugen u. a. seine Veröffentlichungen "Falsch programmiert" (1968, Bestseller) sowie "Die desinformierte Gesellschaft" (1989). Sein Anliegen war stets der verantwortungsvolle, nicht nur von ökonomischen Aspekten gesteuerte Einsatz von Informationstechnik, der deren Möglichkeiten auch bestmöglich ausschöpft. Natürlich waren seine Thesen dazu nicht immer ganz unumstritten. Weitere Informationen dazu findet man zahlreich im World Wide Web (s. Hyperlinks).

Zum anderen soll hier Prof. Joseph Weizenbaum Ph.D. genannt werden, ein 1923 in Berlin geborener und 2008 ebenda verstorbener deutsch-amerikanischer Mathematiker. Er arbeitete u. a. im Computer Development Laboratory der General Electric Corporation (heute: GE - General Electric) und wurde später Professor für Computer Science am weltberühmten MIT (Massachusetts Institute of Technology), wo er an dezentralen Rechnernetzen forschte. Seine Ergebnisse wurden in der Folgezeit auch für das ARPAnet, bekanntlich der Vorläufer des Internets, genutzt. Die GI schreibt über ihn: "Weizenbaum sah die universellen Einsatzmöglichkeiten von Computern und erfand mit ELIZA - benannt nach der Hauptperson in George Bernard Shaws 'Pygmalion' - ein Programm, das sich an Dialoge mit Psychologen anlehnt. ELIZA wurde als Meilenstein der künstlichen Intelligenz gefeiert." Weiter heißt es: "Angestoßen durch die unreflektierte Nutzung von ELIZA und die euphorischen Erwartungen an die Informatik, wandelte er sich zum Gesellschaftskritiker. Er engagierte sich für ethisches Handeln und gegen 'Wertneutralität': Dies sah er als Vorwand, die Zuständigkeit für eigenes Handeln zurückzuweisen." Er schreckte gelegentlich auch nicht vor drastischer Ausdrucksweise zurück, wie die folgende ihm zugeschriebene Aussage belegt: "Das Internet ist wie ein riesiger Misthaufen." Es gebe allerdings im Internet auch einige Perlen zu finden. Weitere Informationen über diesen erfrischend unangepassten Querdenker findet man ebenfalls zahlreich im World Wide Web (s. Hyperlinks).

Konrad Zuse - der Erbauer des ersten betriebsbereiten Computers

Immer aktuell ist der deutsche Computer-Pionier Prof. Dr. h. c. mult. Konrad Zuse, der am 22. Juni 1910 in Berlin geboren wurde, eigentlich Konrad Ernst Otto mit Vornamen hieß und im Jahr 1995 verstorben ist. Er wäre heute über 100 Jahre alt. Zuse ist vor allem in Erinnerung als der Schöpfer der weltweit ersten vollautomatischen, programmgesteuerten und frei programmierbaren, in binärer Gleitpunktrechnung arbeitenden Rechenanlage (Z3), die 1941 betriebsfähig war. Vorläufer der Z3 war die im Jahr 1938 betriebsbereite Z1, ein mit elektrischem Antrieb versehener mechanischer Rechner. Bereits hier wurde ein später in ähnlicher Form als "von-Neumann-Architektur" bekannt gewordenes (aber von diesem erst 1946 veröffentlichtes) Funktionsprinzip der Aufteilung in Programmwerk, Rechenwerk, Speicherwerk und Ein-/Ausgabewerk umgesetzt. Bahnbrechend war auch Zuses Idee, mit "computergerechten" Gleitkommazahlen (Darstellung mittels Mantisse und Exponent) zu arbeiten, wie sie heute noch standardmäßig in gleicher oder abgeleiteter Weise verwendet werden. Dazu entwickelte er mit "Plankalkül" auch eine leistungsfähige Programmiersprache für seine Rechner. Er konstruierte dann noch weitere Rechner, u. a. die legendäre Z4.

Bereits im Jahr 2003 erfolgte die Wahl "Wer sind die größten Deutschen?" im Pay-TV-Sender ZDF, bei der Konrad Zuse erfreulicherweise in der Gesamtwertung auf einen beachtlichen 15. Platz und damit teils sehr deutlich vor viele Prominenten und andere historisch bedeutende Persönlichkeiten gewählt wurde. Was bleibt, ist die anhaltende Herausforderung, sich mit der Persönlichkeit und dem Wirken von Konrad Zuse auseinander zu setzen. Die GI (Gesellschaft für Informatik e. V.) stellte im Vorfeld der Wahl über den bedeutenden Informatik-Pionier fest: "Zu den großen deutschen Ingenieuren gehört Konrad Zuse (1910-1995). Manche von Ihnen werden ihn noch persönlich erlebt haben und sicher von ihm den Eindruck einer ungewöhnlichen Persönlichkeit gewonnen haben. Er hat zahllose Ehrungen erhalten und die Gesellschaft für Informatik hat nach ihm ihre höchste Auszeichnung benannt. Es wäre für die Informatik von besonderem Gewicht, wenn seine Leistungen auch in der breiten Bevölkerung anerkannt ... würden." Das ist erfreulicherweise mit dem guten Ergebnis i nder oben erwähnten Wahl auch geschehen.

Weniger bekannt ist übrigens Zuses künstlerische Seite. Er schuf eine Reihe von Ölgemälden, Kreidezeichnungen und Linolschnitten, die er teilweise mit "K. Zuse", teilweise aber auch mit dem Pseudonym "Kuno See" signierte. Einige Nachdrucke dieser Werke zieren auch die Wände des Instituts für Informatik am Campus Gummersbach.

Weitere Informationen über die Bedeutung von Konrad Zuse findet man zahlreich im World Wide Web (s. Hyperlinks).

Alan Turing - ein wichtiger Pionier der Informatik

Der legendäre englische Mathematiker und Computerpionier Prof. Alan Turing Ph.D. (mit zweitem Vornamen Mathison) wurde am 23. Juni 1912 in London geboren und wäre inzwischen über 100 Jahre alt. Er brachte nicht nur sein überragendes Verständnis für Mathematik und Logik äußerst erfolgreich in die Kryptographie und die Kryptoanalyse ein, sondern wurde auch einer der wichtigsten Begründer der Informatik. Folgerichtig wurde er daher auch Namensgeber der wichtigsten Auszeichnung für herausragende Leistungen in der Informatik, des "A. M. Turing Award", der jährlich von der Association for Computing Machinery (ACM) für besondere Verdienste um die Informatik vergeben wird.

Vielen dürfte Turing vor allem wegen des auf ihn zurück geführten und nach ihm benannten Modells der "Turingmaschine" (man beachte: ohne "o", also nicht "Touringmaschine"!) ein Begriff sein. Dabei handelt es sich um ein ebenso einfaches wie mächtiges Modell zur Beschreibung und Analyse von Fragen der Berechenbarkeit und der Komplexität von Problemen. Auch die heute zwar formal unbeweisbare, aber allgemein akzeptierte Aussage der Churchschen These*), dass die Klasse der mit Turingmaschinen berechenbaren Funktionen genau der Gesamtheit der "intuitiv" berechenbaren Funktionen entspricht, geht ganz wesentlich auf Turing zurück. Dem weit verbreiteten Irrglauben, "alles" sei mit dem Computer berechenbar, kann dank Turing begegnet werden. Er legte einen entscheidenden Grundstein für den Nachweis, dass es weit mehr nicht berechenbare (nämlich überabzählbar viele) als berechenbare (nämlich "nur" abzählbar viele) Probleme gibt.

Von Turing ist weiterhin bekannt, dass er bereits 1953 eines der ersten Schachprogramme entwickelte, das er allerdings mangels geeigneter Hardware "zu Fuß" ausführen musste. Mit dem "Turing-Test" hat Turing schließlich ein - heute nicht ganz unumstrittenes - Verfahren vorgeschlagen, um den Nachweis für künstliche Intelligenz zu führen.

Anlässlich des 100. Geburtstags des 1954 verstorbenen Alan Turing im Jahr 2012 wurde in der ganzen Welt ein "Alan-Turing-Jahr" begangen, das seinen Niederschlag u. a. in vielen Veranstaltungen fand. Weitere Infos dazu und rund um Alan Turing gibt es zahlreich im WWW (s. Hyperlinks).

*) Prof. Alonzo Church Ph.D., nach dem die "Churchsche These" (manchmal auch: "Church-Turing-These") benannt ist, war nicht nur selbst maßgeblich an der Entwicklung der Informatik beteiligt, sondern auch Doktorvater vieler herausragender Informatik-Pioniere, u. a. von Alan M. Turing, Stephen C. Kleene, Hartley Rogers jr. und Michael O. Rabin.

Das Informatikjahr = Wissenschaftsjahr 2006

KTDS-Koeln.de - Informatik - Wissenschaftsjahr 2006 Das Wissenschaftsjahr 2006 stand ganz im Zeichen der Informatik und ihrer Anwendungen. Es folgte auf das "Einsteinjahr" 2005 und war wie dieses eingebettet in die "Wissenschaftsjahre", die seit dem Jahr 2000 die Faszination von Wissenschaft vermitteln wollen.

Informatik ist überall: Wie kaum eine andere Wissenschaft durchdringt sie nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Auch und gerade dort, wo es keiner sieht - versteckt in Telefonzentralen, Handys, Autos und Haushaltsgeräten - lenkt, reguliert, misst und warnt sie. Die Informatik ist das Herz der modernen "Informationsgesellschaft".

Das Labor für Kommunikationstechnik und Datensicherheit (KTDS) unterstützte diese Idee und erhielt dafür vom "Informatikjahr-Team" ein eigenes Logo (s. Bild). Danke!

Übrigens lauten die bisherigen Themen der "Wissenschaftsjahre":
2016*17 = Wissenschaftsjahr "Meere und Ozeane"
2015 = Wissenschaftsjahr "Zukunftsstadt"
2014 = Wissenschaftsjahr "Die digitale Gesellschaft"
2013 = Wissenschaftsjahr "Die demografische Chance"
2012 = Wissenschaftsjahr "Zukunftsprojekt ERDE"
2011 = Jahr der Gesundheitsforschung
2010 = Wissenschaftsjahr der Energie
2009 = Forschungsexpedition Deutschland
2008 = Jahr der Mathematik
2007 = Jahr der Geisteswissenschaften
2006 = Jahr der Informatik
2005 = Einsteinjahr
2004 = Jahr der Technik
2003 = Jahr der Chemie
2002 = Jahr der Geowissenschaften
2001 = Jahr der Lebenswissenschaften
2000 = Jahr der Physik

Terminhinweise

Hinweise zur manchmal unvermeidlichen Verschiebung meiner Sprechstunde finden Sie auf der Seite Kontakt und/oder auf der Seite "Schwarzes Brett".

Hinweise zu den ebenfalls manchmal unvermeidlichen Terminänderungen meiner Lehrveranstaltungen finden Sie auf der Seite "Schwarzes Brett" und/oder auf der jeweiligen Veranstaltungsseite.

Aktuell >> Weitere Informationen

Falls Sie weitere Informationen suchen oder noch Fragen haben, besuchen Sie doch bitte auch folgende Seiten:

 

 

 

 

 


Informatik Köln © 1999-2018 Prof. Dr. Hans L. Stahl, TH Köln, Campus GM, Steinmüllerallee 1, 51643 Gummersbach
Tel. +49 2261 8196-6272, Fax <von Campus-IT abgeschaltet>, Web www.gm.fh-koeln.de/~stahl, Mail Mail-Adresse

Impressum